Urlaub im Süden: Sommer, Sonne, Sonnenschein

#slowenien #jugoslawien

Lignano, Bibione, Poreč, Rovinj – eh ois voi schee – aber geht der klassische Urlaub im Süden auch mit a bissl weniger Sonnenbrand und Ölsardinen-Feeling? Challenge accepted!

Wieder einmal waren wir viel zu spät dran, um einen richtigen Plan aufzustellen, wohin wir fahren, was wir gerne unternehmen möchten und wo wir überhaupt schlafen werden. Aber genau das ist doch auch das Besondere am Reisen: Einfach eine grobe Idee im Kopf haben, wo es hingeht, einfach mal los düsen und sich ein bisschen treiben lassen. Naja, und dann einfach dort bleiben, wo es einem gefällt.

Unsere Eckdaten:

  • Start: Montag, 24. August – wir besuchen Karins Verwandte in Kärnten 🇦🇹. Danach ist alles offen.
  • Ende: Mittwoch, 2. September – irgendwo in der Steiermark, weil Donnerstag und Freitag gibt’s noch einen Österreich-Bonus beim Erstkommunionsausflug mit Karins Nichte.
  • Mögliche Ziele: Slowenien 🇸🇮, Soča-Tal, Bleder See (🇸🇮: Blejsko jezero), Triest 🇮🇹, Istrien, Ljubljana – es gibt vieles, das wir uns anschauen können.

Let’s go!

Kein Tagebuch dieses Mal

Aus verschiedenen Gründen sind unsere Köpfe im Moment ziemlich voll (🇦🇹: bummvoi), darum nehmen wir uns vor, nicht jeden Tag voigas unterwegs zu sein, sondern zwischendurch auch einfach mal gemütlich a Biachi zum Lesen (Spoiler: Zitat von Blaž, unserem Host: „I was wondering if you are still alive, because you were so quiet yesterday!“). Naja, darum gibt’s dieses Mal keinen ganz so detaillierten Reisebericht, was wir an jedem einzelnen Tag gemacht haben, aber einen Auszug aus unseren schönsten Erlebnissen! Viel Spaß beim Lesen!

Von Kärnten ins Wippachtal

Nachdem wir uns von Karins Verwandten so richtig haben verwöhnen lassen – Danke für alles!!! – haben wir uns entschieden, noch für eine Nacht in Österreich zu bleiben und in Kärnten zu schlafen – dort gibt’s a geiles Frühstück und wir können danach den Weg zu unserer ersten Bude (im Wippachtal, 🇸🇮: Vipavska dolina) so richtig zelebrieren. Steff ist vorab schon a bissl auf der Karte herumgefahren und hat eine richtig coole Route herausgesucht inkl. historischem Zwischenstopp bei Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg, einer ziemlich beeindruckenden Passstraße (Spoiler: zum Glück hat Steff die Route ausgesucht 😉) und einem unfassbar blauen Fluss.

Bevor wir uns aber wirklich auf den Weg machen, brauchen wir – ihr könnt es euch bestimmt schon denken – a bissl was zum broudln – eh klar! Steff ist der Beisl-Finder, darum wirft er kurzerhand einen Blick auf die Karte und findet natürlich den genialsten Bäcker (externer Link, öffnet in neuem Tab) im ganzen Ort (Feistritz an der Gail). Karin war zwar ultimativ verwirrt vor der Tür – das Ding hat eher ausgeschaut wie ein Eingang in irgendeinen Hinterhof –, aber drinnen (alter Falter!) hat es herrlich nach allen möglichen süßen Leckereien geduftet und eine richtig liebe Dame hat uns aufgeklärt, mit wie vielen unterschiedlichen Füllungen sie ihre Teilchen – selbstverständlich selbst! – bestückt. Und die Dinger, so wie auch das Brot, das wir uns eingekauft haben, waren der Hammer! DANKE, Beisl-Finder Steff – you rock (natürlich auch die Bäckerei)!

🚧 TODO: Bilder Bäckerei / Route einfügen

Danach geht’s ab über die italienische Grenze nach Tarvis 🇮🇹, wo wir aber gleich Richtung Slowenien 🇸🇮 abbiegen. Wir merken schon aufgrund der Straßenführung bzw. -beschaffenheit und dem Fahrstil der anderen Autofahrer:innen, dass wir nimmer in Österreich sind… schon a bissl spannend immer wieder… und auch die Vegetation ist echt schon anders! So schön, wenn man einfach mit wachem Auge durch eine noch unbekannte Region fährt!

Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg

Unser erster Halt ist also ein Schützengraben aus dem Ersten Weltkrieg (externer Link, öffnet in neuem Tab) .

Irgendwo im Wald – nicht weit von dem alten Grenzstein (externer Link, öffnet in neuem Tab) , der noch 1887 vor dem Ersten Weltkrieg die Grenze zwischen Österreich 🇦🇹 und Ungarn 🇭🇺 markiert hat – befinden sich noch ziemlich gut erhaltene Schützengräben im Wald, bzw. sie wurden einmal restauriert. Wir wären zwar fast vorbeibrennt, weil es nur eine recht unscheinbare Tafel dort gab, aber wir haben den Spot trotzdem gefunden.

Schon erstaunlich, wie solche Orte dann irgendwann einfach „lost places“ werden… sie sind zwar einfach dort und sozusagen Zeugen einer echt schlimmen Zeit, aber keiner hat sie mehr so richtig am Schirm und keiner schert sich so richtig drum. Für uns aber doch voll beeindruckend. An dem Tag war das Wetter ned wirklich so guat und im Wald hots ziemlich gfeichtelt und so Nebelschwaden sind herumgezogen. 🌫️ Wir zwei Knaller watscheln einfach mal durch den Schützengraben und versuchen uns vorzustellen, wie das damals so gewesen sein muss! Echt gruselig! 😰 (Wir haben auch einen passenden Sound zum Thema: Soldier of Heaven – Sabaton (externer Link, öffnet in neuem Tab) 🎧)

Den schon erwähnten Grenzstein haben wir natürlich auch noch angeschaut inkl. verfallener Truppenunterkünfte – zumindest mutmaßen wir, dass es solche sind.

🚧 TODO: Truppenunterkünfte, Fotos

Auch wenn wir nach solchen Orten schon immer a wengal bedrückt sind, finden wir es wichtig, sich auch solche Dinge anzuschauen – Erinnerungskultur sozusagen. 🕯️

Über den Mangart – die höchste Passstraße Sloweniens

Dann geht’s aber weiter zur höchsten Passstraße Sloweniens, dem Mangartsko sedlo (externer Link, öffnet in neuem Tab) . 🏔️ Der Weg und die Region ist echt schön, und wir haben ja wirklich Zeit, darum entscheiden wir uns, trotz dem nicht ganz so schönen Wetter, ganz rauf zu fahren. ZUM GLÜCK war das Wetter eher bescheiden und damit kaum andere Menschen unterwegs!!!! Karin ist am Steuer und fährt einfach mal recht unbedarft los. Es dauert nicht lange und es wird echt eng, die Straße schlängelt sich zunächst durch den Wald, es gibt immer wieder Ausweichbuchten, aber bald wird’s noch enger und wir fahren in Tunnels, natürlich ohne Licht, und wir fahren gefühlt eine Felswand hinauf! Im Ernst, des war die Straße der Hölle! 😱 Steff wurde immer leiser und hatte spätestens, als wir auf eine fette Felswand zufahren, echt a bissl Schiss 😨. Zitat Steff: „I bin a Waidler und koa Gams!“ 🐐 Naja, Karin kommt zwar aus dem gebirgigen Pongau und hat schon einiges erlebt, aber das hat ihr auch nimmer taugt. Aber sie blieb stark und hat den Pass bezwungen! Juhuu! 🙌 Sche woas trotzdem (als wir wieder unten waren 😮‍💨😉).

An der Soča

Naja, und dann waren wir noch an der Soča! Der Fluss ist bekannt für’s Kajaken 🛶, völlig zurecht. Es waren zwar schon drölf andere Touris 📸 mit uns unterwegs, als wir zur Hängebrücke spazierten, aber es hat sich trotzdem gelohnt! Unfassbar, wie blau das Wasser dort ist! Und die ersten Bienenbeuten haben wir auch gesehen! 🐝

Am Abend kamen wir dann ziemlich entspannt in unserer ersten Unterkunft (externer Link, öffnet in neuem Tab) im Wippachtal an…

Triest

Obwohl wir uns zunächst gedacht haben, dass wir es am nächsten Tag gemütlich angehen lassen, waren wir natürlich neugierig und haben uns doch schon wieder auf den Weg gemacht – so weit is jo nimmer bis noch Italien! 🇮🇹 Auf geht’s nach Triest: Wir wollen nachschauen, ob die Stadt wirklich so ausschaut, als hätte man Wien genommen und einfach an die Adria verpflanzt! Wir kommen vom Norden und fahren ein Stückerl die Küstenstraße entlang – schon ziemlich nice, finden wir! Weil wir uns schon irgendwie denken können, dass wir zwei bildschirmbraune Helden es nicht ewig lange in der wahrscheinlich brennhoaßn Stadt (das Schild am Stadtanfang hat ernsthaft +36 °C angezeigt 🥵) aushalten, rollern wir unser Auto zum Hafen zu einem Parkplatz und lassen uns von dort aus einfach durch die Stadt treiben. Übrigens, Autofahren in Italien ist echt ein Krampf… 😤 Die Typen reden nicht nur so schnell und hektisch, sondern die machen das einfach auch auf der Straße. Weil Karin so tapfer am Berg gefahren ist, darf sich aber diesmal Steff mit den erschwerten Bedingungen auseinandersetzen. 😮‍💨🚗 Naja, aber Triest war schon wirklich schön! Geheimtipp von Karin: Probierts des Feigeneis im Beislfinder-Eisladen (externer Link, öffnet in neuem Tab) – unfassbar guat!

🚧 TODO: Bilder Triest einfügen

💡 Infos für Gscheidhaferl… 🤓

Was hat Wien mit Triest zu tun?

Triest 🇮🇹 war ab 1719 Freihafen der Habsburgermonarchie (externer Link, öffnet in neuem Tab) – und damit der Hafen, über den der Kaffee ins Reich kam: gelöscht, verzollt und weiter nach Wien 🇦🇹, Prag 🇨🇿 und Budapest 🇭🇺. Die Stadt wurde zum Handels- und Röstzentrum; illy (externer Link, öffnet in neuem Tab) etwa, eine der bekanntesten Espresso-Röstereien Italiens, wurde 1933 hier gegründet und sitzt bis heute da.

An dieser Adria-Route hing also auch die Wiener Kaffeehauskultur (externer Link, öffnet in neuem Tab) , die seit 2011 immaterielles UNESCO-Kulturerbe ist. Umgekehrt bestellt man in Triest bis heute anders als im Rest Italiens – „nero“ für den Espresso, „capo in b“ für den kleinen Milchkaffee im Glas.

Wir haben probiert einen „nero“ zu bestellen und wurden prompt nicht verstanden… Naja! Aber dafür gab’s zum Kaffee sehr geile Bruschette!

Piran

Weil wir es aber dann wirklich nicht lange in der Stadt ausgehalten haben, ging’s weiter entlang der Küste nach Piran, denn ja, auch Slowenien 🇸🇮 hat eine Küste – mal schauen, was die so kann! 🏖️ Nachdem Karin ihren einzigen Job als Beifahrerin versch****n hat – sie hat keinen gscheiten Parkplatz gefunden 😬 –, sind wir einfach gleich an die westlichste Spitze von Slowenien gedüst und dieses Mal spitzenmäßig vorbereitet zu einem Parkplatz. Zum Glück, denn Piran ist eine gaaaanz alte Ortschaft und Autos müssen draußen bleiben – saucool finden wir und machen uns zu Fuß auf den Weg! 🚶‍♀️🚶 Auch hier is es fetzheiß 🥵, aber es ist auch ziemlich cool, mit der Kirche oben am Hügel ⛪, wo man aber gleich auf zwei Seiten zum Meer sieht. Man hört überall Musik. 🎶 Die engen Gasserl sind super spannend und liab und wir verstehen schon irgendwie, dass es sich hier gut aushalten lässt. Wir spazieren den Strand entlang, wo sich wieder mal drölf andere Touristen in der Sonne und im Meer tummeln, und entscheiden uns, dass wir uns einfach wieder mal recht azyklisch ein frühes Abendessen gönnen… nice! 🍽️ Die Slowenen sind schon voll entspannt und total nett. 😌 Es erinnert uns schon ein bisschen an die Urlaube früher in Italien 🇮🇹 oder Kroatien 🇭🇷, aber irgendwie ist es alles ein bisschen entspannter.

🚧 TODO: Bilder Piran einfügen

Damit wir unsere Badesachen nicht ganz umsonst mitgschleppt haben, hüpft Karin dann doch auch noch in ihre Badesachen und schmeißt sich ins Meer. 🏊‍♀️ Aber ab jetzt weiß sie: hmmm… a wenn i das früher echt ziemlich gern hatte, einfach am Strand zu flaken und wenn’s mir zu warm wird ins Wasser zu springen, i mag des echt nimmer! 🙅‍♀️

  1. Warum sind da so viele Menschen, verdammt? 👨‍👩‍👧‍👦😤🫠
  2. Wääähhh, es fischelt do oba schon a bissl, oder? 🐟👃🤢
  3. Des is ma echt z’soizig! 🧂 Und meine Haut klebt danach so greislich. 😖 Und btw. warum riach i jetzt wia a Fiisch? 🐠
  4. Wos gspia i do eigentlich die ganze Zeit im Wasser? 🌿❓ Do sind keine Pflanzen – sand des Quallen? 🪼 Wäääähhh, Panik, i mag hier wieder raus! 😱🏃‍♀️💨

jou… jetzt weiß sie es wenigstens! Aber sie war drinnen! 😅💪

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Warum ist die Seegrenze hier so schräg?

Seit dem Zerfall Jugoslawiens 1991 streiten Slowenien und Kroatien um den Grenzverlauf in der Bucht von Piran (externer Link, öffnet in neuem Tab) . Sloweniens Küste ist nur rund 46 km lang – das Land beansprucht fast die ganze Bucht plus einen Korridor durch fremde Hoheitsgewässer bis in die offene Adria, während Kroatien sie in der Mitte teilen will.

2009 einigte man sich auf ein internationales Schiedsgericht in Den Haag (externer Link, öffnet in neuem Tab) . Dessen Spruch von 2017 sprach Slowenien rund drei Viertel der Bucht und den Zugang zur Hochsee zu – doch nachdem ein Abhörskandal einen slowenischen Schiedsrichter belastet hatte, stieg Kroatien aus dem Verfahren aus und erkennt das Urteil bis heute nicht an. Die Grenze bleibt also in der Praxis ungeklärt – und der Kartenverlauf entsprechend krumm.

Park Postojnska jama

Für einen wirklich abwechslungsreichen Urlaub gehören natürlich auch zünftige Touristenattraktionen dazu. Der Park Postojnska jama mit der Burg Predjama und der Höhle von Postojna gehört definitiv dazu. Wobei wir zwei Knallers schon auch zugeben müssen, dass wir nicht wirklich wussten, was uns da erwartet, und auch nicht dachten, dass dort so viele Leute sein könnten… 😳 Naja, auch schön, wenn man so unbedarft in etwas Spannendes hineinstolpert.

Los ging’s schon mal mit der Anreise, denn natürlich haben wir Google Maps vertraut 🗺️ und landeten auf einer hübschen Schotterpiste, die sich zunächst als schöne Asphaltstraße getarnt hat! Aber mei, Karin kennt die Oimwegerl ja von ihrer Heimat 😉⛰️. Wird scho schief gehen. Die Höhlenburg Predjama haben wir zwar fast so lange nicht erahnen können wie damals den Dettifoss in Island, aber wir haben sie gefunden! UND: Auch hier hat es uns einmal mehr geholfen, ein bisserl azyklisch unterwegs zu sein und sozusagen gegen den Strom zu laufen. Wir starteten nämlich wahrscheinlich eher untypisch mit der Burg, wo wir zwar einen schon halbvollen Parkplatz vorfanden, aber es war eigentlich super erträglich. An der Kasse waren wir zunächst leicht überfordert, weil es so viele verschiedene Optionen gab und die junge Frau nicht ganz so motiviert war, uns alles zu erklären 😒 – oder vielleicht wollte sie einfach nur schnell machen, weil die Schlange hinter uns länger wurde 🫣. Schließlich haben wir uns dann aber für das Kombiticket entschieden: zuerst die Höhlenburg und – mit zeitlichem Puffer dazwischen (wir wollen ja evtl. noch broudeln) – danach die Tropfsteinhöhle.

Burg Predjama

Nichtsahnend starten wir Richtung Burg, laden uns den Audio-Guide herunter und erwarten uns eigentlich nicht ganz so viel. Wir haben schon viele Burgen gesehen und oft gleicht ja wirklich eine der anderen… … und dann kam die Höhlenburg! 🏰 Zum Glück hatten wir einiges an zeitlichem Puffer, denn wir haben die Burg ziemlich zelebriert und uns gemütlichst alles angeschaut!

  • 3 Stockwerke Felsenburg 🏰
  • ausgeklügelte Wasserleitungen, die das Wasser aus dem Karst in die Burg leiten 💧
  • die Klassiker: Speisesaal 🍖, Kapelle ⛪, Folterkammer ⛓️ …
  • ziemlich coole Terrassen direkt in der Felswand 🧗
  • Zugbrücke zur alten Höhlenburg 🌉
  • die Überbleibsel der alten Höhlenburg, wo Gänge durch den Karst immer noch durch die Felsen in naheliegende Dörfer führen 🕳️ (diese sind leider nicht mehr zugänglich – wobei Karin sich da eh niemals durchgetraut hätt … 🙅‍♀️)
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Die Räubergeschichte zur Burg

Die Höhlenburg Predjama (externer Link, öffnet in neuem Tab) klebt seit dem 13. Jahrhundert in einer rund 123 m hohen Felswand; ihr heutiges Renaissance-Gesicht bekam sie 1570 unter den Freiherren von Cobenzl. Bewohnt wurde sie bis ins 19. Jahrhundert – zuletzt von den Fürsten Windisch-Graetz –, heute ist sie Museum und steht im Guinness-Buch der Rekorde als größte Höhlenburg der Welt.

Berühmt ist sie für den Raubritter Erasmus von Lueg (externer Link, öffnet in neuem Tab) : 1484 wurde er über ein Jahr lang von den kaiserlichen Truppen des Hauptmanns von Triest belagert – konnte sich über einen geheimen Gang durch den Karst aber weiter mit Nachschub versorgen und bewarf die Belagerer zum Spott sogar mit gebratenem Fleisch und frischen Kirschen 🍒. Der Legende nach verriet ihn schließlich ein Diener, und Erasmus wurde ausgerechnet am Abort 💩 von einer Steinkugel 🪨 erschlagen. Hinter der Burg zieht sich ein rund 14 km langes Höhlensystem mit großer Fledermauskolonie in den Berg 🦇.

🚧 TODO: Bilder Burg Predjama / Höhlenburg einfügen

Nachdem Erasmus von Lueg auf dem Abort sein Ende gefunden hatte, hat seine Liebste ihm zu Gedenken an der nahe gelegenen kleinen Kirche eine Linde gepflanzt. Die Linde ist mittlerweile an die 500 Jahre alt und hat bereits einiges, wie z. B. Brände, überstanden. Dementsprechend lädiert schaut der Stamm mittlerweile aus, aber die Krone schaut für einen Amateur gesund aus. Eine Hinweistafel nahe des Baumes erzählte uns, dass über die Jahre einige Anstrengungen unternommen wurden, um den Stamm zu entlasten. Beispielsweise wurde die Krone etwas zurückgeschnitten um das Gewicht auf den Stamm zu reduzieren.

Höhle von Postojna

Schon in der Burg haben wir gemerkt, dass wir eher langsame Burgbesucher sind: Wir wurden immer mal wieder von anderen Leuten überholt. Aber uns ist das ja wurscht… wir haben keinen Stress. Erst als wir wieder aus der Burg raus sind und am Parkplatz kapieren, wie viele Leute da unterwegs sind – wieder einmal alles bummvoi… Und es war dann auch schwer, den Weg wieder hochzufahren, weil manche Leute echt so unfassbar intelligent sind, dass sie in der Spitzkehre (nur ums noch anschaulicher zu machen: des sind die 180 Grad!!! Kurven die oft auf an Berg rauf führen, weils einfach anders ned geht!) anfangen zum Überholen – #Darwinaward (externer Link, öffnet in neuem Tab) . 🤦 So richtig klar wurde es uns aber erst bei der Tropfsteinhöhle, dass wir jetzt echt in einer Hochburg sind (die sich aber wirklich gelohnt hat!). Der Parkplatz dort war fetzgroß und fetzvoll! 🅿️ Wir kommen zum Vorplatz beim Eingang der Höhle, wo wir gleich mal in vier verschiedene Gruppen eingeteilt werden – je nach Sprache! (Slowenisch 🇸🇮, Italienisch 🇮🇹, Deutsch 🇩🇪 und a bissl Englisch 🇬🇧 – das ist hier ganz normal!) Und dann fahren wir mit dem Zug von einem Bahnhof, der aussieht wie eine ultrafancy U-Bahn-Station, einfach mal 3 km in den Berg hinein! 🚂 Das haben wir wieder mal nicht erwartet!

Und dann sind wir noch mal 2 km im Berg herum spaziert und haben so viele Stalaktiten (externer Link, öffnet in neuem Tab) , Stalagmiten (externer Link, öffnet in neuem Tab) und Stalagnaten (externer Link, öffnet in neuem Tab) gesehen, wie man sich es nicht mal vorstellen kann. 🤯 „Vorhänge”, die aussehen wie Prosciutto 🍖, Tropfsteine, die wie ein Giggal (🇩🇪: Huhn; 🇦🇹: Hendl) ausschauen. Riesige Formen, die über Hunderttausende von Jahren entstanden sind und hier sogar noch in unterschiedlichen Farben. Es war ziemlich genial und noch dazu wars wunderbare 10 °C kühl. ❄️

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Die Königin der Unterwelt – die Tropfsteinhöhle von Postojna

Postojna gilt mit rund 24 km Gesamtlänge als die längste touristisch erschlossene Höhle Europas. Gegraben hat sie der Fluss Pivka: Über Jahrtausende hat er den Kalk gelöst, mitgeführter Sand, Kies und Geröll haben wie Schmirgelpapier nachgeholfen. Weiter unten taucht dasselbe Wasser mehrfach ab und wieder auf und erreicht über etliche Umwege als Ljubljanica schließlich die Hauptstadt Ljubljana.

Weil sich das Land tektonisch hebt, hat sich der Fluss immer wieder tiefer eingegraben. Deshalb liegt die Höhle heute in drei „Stockwerken“: ganz oben die ältesten, längst trockenen und nicht mehr zugänglichen Gänge, in der Mitte die begehbare Schauhöhle – und ganz unten rauscht noch immer die Pivka. Die Tropfsteine steuert jeder einzelne Wassertropfen bei, der von oben durch den Fels sickert, dabei Kalk aufnimmt und ihn in der Höhle wieder absetzt.

In den Wasserläufen der Höhle lebt außerdem der Grottenolm: ein wurmförmiges, blindes, ziemlich greisliches Amphibium, das im Dauerdunkel jahrelang ohne Nahrung auskommt und erstaunlich alt wird. Hässlich – aber schon beeindruckend, dass da unten überhaupt etwas lebt.

Quelle: Höhlen von Postojna – Wikipedia (externer Link, öffnet in neuem Tab)

🚧 TODO: Bilder Höhle von Postojna einfügen

Ljubljana – Laibach

Ganz im Hummel-Hen-Stil haben wir die Hauptstadt Sloweniens besucht. Wie das geht?

  1. Einfach losfahren – Richtung Zentrum Ljubljana. Steff war ja eh schon mal da und versucht, ein bestimmtes Gebäude wiederzufinden (hat er nicht – aber wir haben einfach so a ähnliches genommen 🤪).
  2. Kurz vor knapp einen adäquaten Parkplatz ansteuern, der nicht in der Sonne steht (immerhin haben wir a paar Lebensmittel dabei).
  3. Mit genügend Wasser ausgerüstet dorthin spazieren, wo es schön aussieht und wo es evtl. einen Hügel mit guter Aussicht gibt – und uns treiben lassen.

In diesem Fall hat’s wieder mal wirklich gut funktioniert. Ljubljana ist eine echt schöne und aus unserer Sicht lebenswerte Stadt! Viele öffentliche, stark belebte Plätze (inkl. gratis öffentlicher Toiletten, die sogar noch ziemlich sauber sind), ein großer Teil der Altstadt ist einfach mal FuZo!!! Sooo angenehm, mega viele einladende Beisln und wirklich nette Menschen.

Unsere erste Anlaufstelle: der Wochenmarkt! 🍅🌶️🫑🫒🍉 Hawidere – so viel Obst und Gemüse auf einem Haufen, und alles schaut einfach nur zum Anbeißen aus! Wir konnten nicht widerstehen und haben uns ein paar Sachen mitgenommen, damit wir uns in unserer nächsten Unterkunft wieder was kochen können … Es hat sich gelohnt – die Tomaten, die wir in diesem Urlaub gefuttert haben, werden wir wirklich vermissen!

Wie es sich für Imker gehört, haben wir natürlich auch einen lokalen Imker ausgefragt und ihm a bissl was abgekauft, damit wir kosten können, wie der Honig hier so schmeckt. 🍯 (Wir wissen jetzt: Kastanienhonig ist nicht unser Favorit – für Karin schmeckt der einfach nur nach Waschmittel, sogar in einer Sauce!) Dazu haben wir ihm noch ein kleines Flascherl Honigschnaps abgekauft. Zitat Steff: „Ach, des kriagn ma scho irgendwie weiter. Zur Not verkochma’s irgendwie!“ (Info: Am Abend war der weg! 🥃 Des Zeug war anders guat! Wir müssen herausfinden, wie wir den mit unserem Honig nachbasteln können!!!)

Nachdem Schussel-Steff leider seine Sonnenbrille verloren hat, haben wir unsere Route am Markt noch 3× abgelatscht, bevor wir aufgegeben, uns ein Essen gegönnt und dann eine neue Brille eingekauft haben – schaut guat aus, oder? 🕶️

🚧 TODO: Bild von der neuen Brille einfügen

Neu bebrillt und beeist haben wir dann noch den Hügel der lokalen Burg erklommen, um einen Rundumblick zu haben. Schön wars! 🌄

Die Geschichte von Blaž und seinem kleinen Paradies

Nachdem wir festgestellt haben, dass es uns direkt am Meer eigentlich zu heiß ist 🥵, war klar, dass unsere nächste Bude wieder a bissl weiter Richtung Berge sein darf. Wir sind auf der Karte herumgefahren und haben uns gedacht: hmmmm, irgendwas zwischen Ljubljana und Maribor (Marburg an der Drau) wär doch gut, dann können wir am Schluss ein feines Ringerl machen. Gesagt, getan: Am Freitag haben wir gebucht, und am Samstag sind wir nach unserem Besuch in Ljubljana angereist und etwas erschöpft angekommen. Blaž (zu Deutsch: Blasius) hat uns schon ganz neugierig erwartet. Wir hatten zwar gehofft, dass wir einfach einen unspektakulären Self-Check-in machen können, aber in diesem Fall war es tatsächlich total nett. Denn wie wir erfahren haben, haben Blaž und seine Frau das Appartement ursprünglich für die Tochter hergerichtet (mit total viel Herzblut und eigener Arbeit), die aber seit Kurzem bei ihrem Partner lebt. Dafür hatten jetzt wir das Vergnügen, in dieser – der Geschichte entsprechend – unfassbar schönen Bude zu wohnen (die beiden machen das übrigens erst seit gut vier Wochen 🧐). Aber überzeugt euch selbst:

🚧 TODO: Bild von Bude einfügen

Wir haben es einfach nur gefeiert und genossen! 🥳 Darum haben wir uns am Sonntag einfach nur in den Garten gepflanzt, mit einem Buch gelesen 📖 und später drinnen Catan gespielt 🎲 (wir lieben die Duell-Version!). Zitat von Blaž am nächsten Tag: „I was wondering if you are still alive, because you were so quiet yesterday!“ 😅

Blaž und seine Frau sind total liebe Hosts. Wir wurden ganz unkompliziert zu einem Grillabend eingeladen 🔥, dabei bekocht und ehrlicherweise mit alkoholischen Getränken abgefüllt 🍷 (das geht bei uns zwei eh relativ schnell). An diesem Tag haben sie noch zwei weitere Gäste aufgenommen, die bei einem Bekannten gestrandet waren, weil sie mit der Anfahrt zu ihrer eigentlichen Unterkunft nicht ganz so happy waren. Aber alles kein Problem … So kam es, dass sechs Menschen aus fünf Nationen (Slowenien 🇸🇮, Dänemark 🇩🇰, Iran 🇮🇷, Deutschland 🇩🇪 und Österreich 🇦🇹) und aus unterschiedlichen Generationen einen ziemlich unvergesslichen Abend miteinander verbrachten. Schon spannend, welche Gespräche sich dabei so entwickeln…

Selbstverständlich hat Blaž uns auch zahlreiche Tipps gegeben, was wir in der Gegend so unternehmen können. Einer davon war der Baumwipfelpfad Pohorje – oder wie wir es nennen: des Baumei (also nicht Salzburgerisch für kleiner Baum, sondern Baum + Ei: 🌲🥚).

🚧 TODO: Link zum Baumwipfelpfad Pohorje einfügen

Wir geben wieder mal unser Ziel ins Navi ein und düsen los! Spätestens jetzt lernen wir: Vertraue dem Navi in Slowenien einfach nicht – des checkt nicht, wie die Straßen beschaffen sind, und du fährst dann nur über Stock und Stein und hoffst, dass dir niemand mit 100 Sachen entgegenkommt 🏎️. Naja, zurück hamma’s dann selbst sinnvoller gesteuert, aber ein Abenteuer war es trotzdem!

Zurück zum 🌲🥚: Dort, wo im Winter ein Schigebiet ist, kann man im Sommer auch das 🌲🥚 besuchen und bekommt dafür eine tolle Aussicht über die Region! Funfact: Die Slowenen sind nicht die Ersten, die auf so eine Idee kommen. Steffs geschulter Blick hat sofort erkannt: „Des hom Waidler gspaxt!“ Es gibt also mehrere von den 🌲🥚: Das erste davon steht – ihr könnt es sicher erraten – im Bayerischen Wald. Dann gibt’s noch welche auf Rügen, im Schwarzwald, in der Slowakei, im Elsass, im Salzkammergut, auf Usedom … Auch wenn wir uns a bissl sch***, das integrierte Trampolin im Turm zu verwenden, finden wir die Idee schon wirklich cool und haben das 🌲🥚 sehr genossen!

🚧 TODO: Bilder einfügen

Hier oben haben wir wirklich regionales Essen genossen – hui, war das viel! Aber die Schwammerl waren schon herrlich!

🚧 TODO: Bilder einfügen

Danach haben wir noch einen sehr notwendigen Verdauungsspaziergang gemacht!

🚧 TODO: Bilder einfügen

An unserem letzten Tag bei Blaž haben wir einen kleinen großen Spaziergang zur gegenüberliegenden Talseite unternommen und uns eine Burgruine angeschaut. 🏰 Oben angekommen hatten wir einen super Ausblick über die ganze Gegend! 😍 Blažs Paradies ist übrigens auch auf dem Panoramafoto zu sehen 😉.

Karst – wenn das Wasser einfach verschwindet

Spätestens in der Höhle ist uns klar geworden: Die ganze Ecke hier ist nicht irgendein Karst – sie ist der Karst. Das Kalkstein-Plateau zwischen Ljubljana, Triest und dem Meer heißt auf Slowenisch Kras (externer Link, öffnet in neuem Tab) , auf Italienisch Carso, auf Deutsch Karst – und hat weltweit allen ähnlichen Landschaften den Namen gegeben.

Das Prinzip ist simpel: Regenwasser ist ein ganz kleines bisschen sauer und löst über Jahrtausende den Kalk auf. Es entstehen Ritzen, Röhren und Hohlräume – und irgendwann ganze Höhlensysteme mit Tropfsteinen, so wie in Postojna (das übrigens die Pivka in den Berg gefräst hat, bevor sie selbst prompt untertaucht).

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Kohlensäureverwitterung – die Chemie dahinter

„Ein bisschen sauer“ heißt konkret: Regenwasser nimmt CO₂ auf – ein wenig aus der Luft, vor allem aber aus dem Boden, wo Wurzeln und Mikroben ordentlich CO₂ produzieren. Es bildet sich Kohlensäure, und die verwandelt den schwer löslichen Kalk (Calciumcarbonat) in wasserlösliches Calciumhydrogencarbonat:

CO₂ + H₂O + CaCO₃ ⇌ Ca(HCO₃)₂

Der Doppelpfeil ist der Clou: Die Reaktion läuft in beide Richtungen. Wo das Wasser wieder CO₂ verliert – etwa als Tropfen an einer Höhlendecke –, fällt der Kalk erneut aus; genau so wachsen Stalaktiten und Stalagmiten.

Wie viel Kalk das Wasser lösen kann, hängt außerdem von der Temperatur ab: Je kälter das Wasser, desto mehr CO₂ bleibt darin gelöst und desto mehr Kalk kann es angreifen. Kühles Sicker- und Schmelzwasser wirkt deshalb besonders stark. Einen zusätzlichen Schub gibt die Mischungskorrosion – fließen zwei für sich schon kalkgesättigte, aber unterschiedlich CO₂-reiche Wässer zusammen, wird die Mischung wieder „hungrig“, sodass Höhlen selbst tief unter dem Karstwasserspiegel weiterwachsen, wo längst kein frisches CO₂ mehr ankommt.

Quellen: Kohlensäureverwitterung (externer Link, öffnet in neuem Tab) und Mischungskorrosion (externer Link, öffnet in neuem Tab) , Wikipedia

Richtig wirr wird’s dann hier:

  • Flüsse hören einfach auf. Die Reka (externer Link, öffnet in neuem Tab) verschwindet bei den Škocjan-Höhlen (externer Link, öffnet in neuem Tab) im Boden und kommt erst rund 35 km später in Italien als Timavo wieder heraus. Wo das Wasser dazwischen genau langfließt, hat man erst nach und nach – teils mit Färbeversuchen – herausbekommen.
  • Seen kommen und gehen. Der Zirknitzer See (externer Link, öffnet in neuem Tab) ist im Winter der größte See Sloweniens und im Sommer eine Wiese, auf der Kühe grasen – das Wasser läuft durch Löcher im Seeboden ab.
  • Oben ist es staubtrocken. Weil der Regen sofort im Untergrund versickert, gibt es an der Oberfläche kaum Bäche und nur dünnen Boden. Die Leute hier waren früher auf Regenwasser-Zisternen angewiesen.
  • Dazu überall Dolinen (Trichter im Boden), zerfurchte Kalkplatten und Einsturzlöcher – der Untergrund ist quasi ein Schweizer Käse. 🧀